Das Ende? Nein noch lange nicht .....

08 Januar 2007

MMDCCLIV *3*

Die Fackeln tanzten im Licht und der goldgelbe Schimmer zeichnete bizarre Gebilde an den wenigen Wänden. Eine matte schon arg verblasste Struktur erweckte meine müden, durchfrorenen Glieder und auf Zehenspitzen tastete ich mich nach vorne zu diesem Gebilde. Als könnte der Wind aufhören zu wehen und das fast Verborgene vollends verschwinden lassen.

Ich war mir nicht sicher, was das soll. Bei näherem Betrachten erkannte ich aber eine arg beschädigte Skizze mit den Winkellbögen dieses Raumes. Feine Linien verliefen an eine der Wände und trafen einen gemeinsamen Punkt. Die Treppe war nur angedeutet und so erschwerte es mir , genau diesen eine Punkt zu finden.
Tastend erkundete ich jeden einzelnen Sandsteinblock, welche in kleine Rechtecke, immer versetzt eins über dem andern so angeordnet waren, dass sie schlussendlich zu einem Ganzen verschmolzen. Alle waren mit zartem Moos überdeckt und so dauerte es eine ganze Weile, bis ich den Sandstein davon befreit hatte. Mir fielen bald einige aneinandergereihte Grossbuchstaben auf: MMDCCLIV, MMDCCLV und MMDCCLVI.

Welches war die beste Option ? Ich hatte keine Ahnung, was kann das nur bedeuten ? Alles abtasten und in den Fugen herumdrücken nutzte nichts. Der Wind blies unaufhörlich und die Fackeln tanzten bedrohlich weiter. So begutachtete ich jede einzelne Wand und kratze den Moos beharrlich von fast allen Steinen, bis ich mich irgendwann erschöpft zu Boden setzte, dem Umhang enger um mich legte um ins Land der traumlosen Nächte schwebte.

Ein stetes brasseln weckte mich aus meinem tiefen Schlaf, ein frischer Wind wehte. Die Fackeln hatten ihre Wärme verloren und liessen nur noch wenig von ihrem schimmern übrig. Das Licht war diffus, eigenartigerweise war es aber nicht Nacht. Das knurren meines Magens trieb mich an und so kramte ich noch das restlichen Proviant hervor und zehrte am harten Laib Brot.
Überall hatten sich kleine Wasserlachen gebildet und es tropfte unaufhörlich. Lange beobachtete ich das Kringeln, welches jeder einzelne Tropf in der Lache hinterliess, und kaute schier unaufhörlich an meinem Brot herum. Die Gedanken jagten durch meinem Kopf und ich suchte die Stelle der Wand ab, wo ich vor meinem Schlaf dieses Skizze gefunden hatte, aber es war nichts zu sehen. Die Stelle wo ich aber diese Buchstaben gefunden hatte, war gut zu erkennen. So machte ich mich weiter ans Werk und tastete mich weiter voran an dieser Sandsteinmauer. Bald fühlte ich einen losen Stein und versuchte ihn hinein zu drücken, zwei drei Zentimeter ging das und dann blieb er stecken. Ich hatte meine grösste Mühe ihn wieder nach vorne zu kriegen und zwei Nägel brachen mir dabei ab. Der Sandstein rieb an meinen Fingerkuppen und bald hatte ich fast kein Gefühl mehr. Ein letzter Ruck und ich hatte den Stein in der Hand und ein Loch bohrte sich in die Wand, zuhinterst in der Nische ertastete ich einen kleinen Schalter. In diesem Moment dachte ich an meine Spinnenphobie und zog meine Hand geschwind heraus. Es brauchte grosse Überwindung da wieder hinein zu greifen, aber ich musste herausfinden was es an sich hat mit diesem Schalter. Zögerlich liess ich den winzigen Schalter heruntergleiten und sah gerade in meinen Augenwinkel wie sich an der Wand nebenan ein rosa Muster zierlich, rund und völlig ausgeprägt über den Sandstein bewegte.

12 Oktober 2006

Es geht weiter *2*

Diese Höhle war eng, stickig und stockdunkel. Nein es war eher ein Raum. Ich wusste es auch nicht. Aus meinem Bündel zog ich den Feuerstein und etwas Reisig hervor und versuchte sorgfältig ein Feuer zu entfachen. Der Rauch stach in meinen Augen und doch brannte zögerlich ein kleines Feuer. Ich hob das Reisig hoch und entdeckte ein Fackel an der Wand. Mir ihr wurde der Raum gleich heller und erschrocken machte ich eine Schritt rückwärts, an die schmierige tropfende von Algen bedeckte Wand. Mir gegenüber hing ein Skelett an den Händen mit Ketten gefesselt an der Wand. Sein Mund stand weit geöffnet, der Kopf bedeckt mit einem fellartigen Harnisch und die Kleider hingen in Fetzten runter. Nachdem ich mich beruhigt hatte, inspizierte ich seine Füsse, widerlich dieser Gestank und doch muss er schon Jahre hier hängen. Die Schuhe waren kunstvoll mit Eisenschnallen verziert und hatten etwas wie Steigbügel an den Sohlen.

Angewidert begutachtete ich den Raum und konnte an der Decke weitere Eisenringe sehen. Da viel mir auch die Treppe auf. Ganz aus Stein gefertigt und wie eine Wendeltreppe. Mit der Fackel bewaffnet, stieg ich empor. Immer höher und höher. Es schien kein Ende nehmen zu wollen. Meine Knie zitterten als ich in einem viel grösseren Raum angelangte. Hier gab es mehrere Fackelhalter mit Fackeln drin. Irgendwie hatte ich das Gefühl als wäre es klüger nicht alle an zu zünden. So steckte ich nur eine an und stellte welche ich in der Hand hatte in einen leeren Fackelhalter. Dieser Raum schien schier unendlich. Die Vorrichtungen an den Wänden liesen mich zuerst zögern, denn es war sehr schummrig hier und ich wusste nicht auf was ich mich da einliess. Aber ich musste es wagen . So zog ich an einer Vorrichtung und langsam öffnete sich ein von Staub triefender Vorhang und gab eine Wunderbare Landschaft frei. Im Raum wurde es heller und ich sah das noch weitere fünf dieser Vorhänge da waren. An alle zog ich und hatte einen Rundblick aus diesem einen Verlies. Viele grössere und kleinere Bergspitzen , verziert mit verschienartigen und doch allen ähnelnden Kuppen mit rötlich geränderten Dächern . Sah mein Verlies auch so aus ?

In weiter ferne konnte ich eine Hängebrücke ausmachen. Ich suchte nach Hinweisen, die mir vielleicht verraten würden, wo ich mich befand. Nur ein einzelner, alter, lottriger Holztisch mit einem eben so lottrigen Schemel stand im Raum. Verzweifelt stand ich da und sah meine Letzen Erinnerungen an mir vorbei ziehen.

Dies wird mir im Verlauf der Zeit noch oft passieren, aber damals wusste ich nichts davon. Eigenartig das ich mich nicht Erinnern kann. Was war ich für ein Wesen ? Warum muss ich hier sein ‚ wurde ich gefangen genommen ? Wie lebte ich einst ? Ich schaute mir meine Kleider an und kam zur Erkenntnis, das ich aus einer gut betuchten Familie stammen musste.
Burgunderrot, war mein Umhang und auf jeder Seite befanden sich vier kleine Zeichen. Darunter hatte ich ein Gewand aus feinem Stoff, bläulich und bunt verziert mit eigenartigen Stickereien.

Der Wind blies mir durch diese Robe und ich zitterte am ganzen Körper.

Der Beginn *1*

Vorwort

Der erste Teil diese Geschichte ruht seit dem 15.02.2004 auf meinem PC. Jetzt hab ich mich entschieden weiter zu schreiben. Es wird nicht dauernd sein, aber ich finde sie sollte nicht ruhen. Der Ansporn dazu hat mir Jonnee gegeben. Aber auch die wunderbar kreierten Welten Janga und Jo'nae



So kann es nicht weiter gehen. Ich versuche das Geheimnis dieser Verliese zu entschlüsseln. Eigentlich kann man es nicht Verliese nennen, aber mir fällt der Name dazu nicht ein. Hier habe ich das Buch gefunden. Weit geöffnet, einladend zum weiter schreiben. Und doch traute ich mich zu Anfang nicht. Es schien ein Buch eines Schreibers zu sein.

Ich befand mich in einer Höhle, gefangen und alleine gelassen. Ein stetiger holpriger Weg führte geradewegs nach oben , immer im Kreise herum.

Meine einzige Erinnerung war noch das ich mich in dieser anderen Welt befand. Wunderschön gebaut und doch so heimtückisch. Das endlose bläuliche Blumenmeer , der Duft machte mich fast wahnsinnig. Der tiefgrüne Himmel, mit seinem heftigen gelb am Horizont auslaufend. Drei riesige Monde schienen am Firmament im zarten rosa seine Bahnen zu ziehen. Ich war verloren. Tagelang irrte ich herum. Stets darauf bedacht irgend ein Hinweis zu finden. Das einzige was mir des öfteren Angst einjagte, war dieses jämmerliche Gekrächze eines eigenartigen Geschöpfs, von dem ich nur Knochen und gefederte Fellreste fand. War es ein Säugetier oder ein Nestbrüter. Diese Frage blieb mir leider unbeantwortet.

Irgendwann ermahnte mich die Müdigkeit und ich legte mich in das duftende Blumenmeer. Eigenartig, es gab hier keine Gezeiten, nur diese drei Monde die ziemlich eng neben einander standen. Das Nickerchen war nicht erfrischend und ziemlich gerädert erwachte ich. Der Boden war uneben und die Kieselsteinchen pieksten in meinem Rücken. Meine Augen tränten, der Duft wurde fast unerträglich. Langsam erhob ich mich, sämtliche Knochen in meinem Leibe taten mir höllisch weh. Das Rheuma machte sich jämmerlich bemerkbar, immerhin war ich nicht mehr die jüngste. Meine Augen gewöhnten sich langsam an den Tränenfluss und schleierhaft konnte ich in weiter Ferne eine winziges, hochgezogenes, dunkles, schmales etwas aus dem Boden herausragen sehen. Meine mühselige Gangart verbesserte sich mit jedem Schritt und so gelang ich nach stundenlangem Marsch zu diesem Ding. Ich konnte daran herum hebeln, links, rechts, hoch, runter. In der Mitte blieb es aber nicht. Nach genauerem beobachten , auch meiner Umgebung, sah ich, als dieser Hebel links gestellt wurde, in weiter Ferne wieder so ein Ding herausragen. Dies konnte ich in den nächsten Stunden noch mehr beobachten und insgesamt zählte ich sechs solcher Hebel. Ich wiederholte das ganze mehrere Wach/Schlafphasen , bis ich zur Erkenntnis kam das ich mich wohl irgendwie im Kreise drehte. Bald entdeckte ich, das diese Hebel, je nach dem man den letzten gestellt hat, der vordere verschwand. Zur Erklärung dessen: Hebel eins gestellt, Hebel zwei gefunden und gestellt, Hebel drei gesehen, aber Hebel eins war verschwunden.

Ich musste einen Weg finden, das ich immer den Überblick zu mindestens drei Hebeln hatte. Nach mehrmaligem pröbeln hatte ich den Bogen dann raus und fand zu einem kleinen Teich mitten im Blumenmeer. Dieser Hebel hier schien viel grösser und vor allen dingen weniger benutzt gewesen zu schein. Feine eingekerbte Muster liessen mich verwundert einen kleinen Schrei von den Lippen entgleiten. Dies war es, aber der Schein trügt. Zu eilig glaubte ich entziffert zu haben, das der Weg direkt in den Teich führt. Ein altbekanntes Geräusch, welches ich von Weltenbereisen kenne liess mich in ein schwarzes Loch fallen um in einer Höhle zu landen.